01 20 Magazin für Architektur, Garten und Lebensart

Wie bei muttern

Mutterland – nicht nur ein feines Delikatessen-Geschäft, sondern vor allem eine Hommage an liebevolle Mütter und die heimische Küche, wie das eigene Traditions-Restaurant Cölln’s beweist.

Das Cölln’s ist die älteste Austernstube Deutschlands. Bereits 1760 wurde hier mit Fisch und Meeresfrüchten gehandelt und die feine Hamburger Gesellschaft speiste in den Räumen ganz in der Nähe des Hamburger Rathauses. 30.000 handbemalte Boden- und Wandfliesen im Jugendstil aus dem Jahr 1898 von Villeroy & Boch sind denkmalgeschützt, ganz so wie die kleinen Separees des ­Restaurants. Historie an allen Ecken und Enden. Das Cölln’s besaß die erste Tischklingelanlage und die erste private Telefonanlage Hamburgs. Damals befand sich auf jedem Tisch eine Klingel. Der Kellner zog sich zurück und erschien nur, wenn der Gast nach ihm läutete. Cölln’s Diskretion wurde sehr geschätzt und die Gästeliste kann sich sehen lassen: Kaiser Wilhelm II., Otto von Bismarck, Hans Albers, Helmut Kohl, die ­Altbürgermeister Henning Voscherau und Klaus von Dohnanyi, die Hamburger Verleger Gerd Bucerius und John Jahr Senior, Helmut und Loki Schmidt aßen hier regelmäßig, Heinrich Heine schrieb „... wir gehen zum schlampampen ins Cölln   ...“ In den 80ern bestellte Rudolf Augstein am liebsten die Kanalarbeiter-Schnitte: 200 Gramm Tartar vom Rinderfilet, kurz überbacken, mit einem Klacks Crème fraîche und zwei Esslöffeln Kaviar. Zar Nikolaus kam 1897 auf dem Weg nach ­England ins Cölln’s und speiste mit seiner Frau im letzten Separee – heute kann man dieses Separee für 6-8 Personen zu Firmenfeiern und Geburtstagen mieten.

Seit 2017 führt der Delikatessenhändler Mutterland die Hamburgensie am Rathaus fort und serviert eine wechselnde, norddeutsche Tages- und Abendkarte mit Fisch, Fleisch und Gemüse von bester Qualität – möglichst regional und saisonal. Alle tierischen Produkte stammen aus artgerechter Tierhaltung von Höfen aus Norddeutschland und die Austern stehen immer noch ganz oben auf der Karte: Als „Gin and Tonic Austern“ mit Gurke und Gin Sul Tonic Sud, als „Nordisch Bloody Mary Austern“ mit Tomatensud, Staudensellerie und Meyborg Korn oder natürlich ganz klassisch. Außerdem gibt‘s täglich Frühstück, Kaffee & Kuchen aus der eigenen Backstube sowie eine Auswahl an Delikatessen, besonderen Geschenken und Mitbringseln – auch zum Mitnehmen. Im Sommer genießt man bei gutem Wetter die gute Karte draußen auf der großen Terrasse. Cölln’s Küchenchef Marco Kaluscha hat viele Jahre bei Deutschlands jüngstem 3-Sterne-Koch Kevin Fehling gekocht und war Küchenchef beim Dallmayr Bar & Grill in München. Er bindet die Delikatessen aus den Mutterland-Regalen gekonnt in die Gerichte mit ein und lässt dabei süße oder herzhafte Leckereien entstehen.

Mutterland trägt hochwertige Feinkost und tradi­tionell hergestellte Delikatessen von 150 kleinen und mittelgroßen Manufakturen aus allen Regionen Deutschlands zusammen. In den Regalen der vier Feinkostgeschäfte stehen aber auch viele Produkte aus eigener Herstellung – überall echter Gaumenschmaus und frische Hausmannskost, die uns schon in der Kindheit satt und glücklich gemacht haben. Wie bei Muttern eben.


www.mutterland.de


feinkost made in germany