02 20 Magazin für Architektur, Garten und Lebensart

Verwunschenes Paradies

Wenn der Nachwuchs flügge wird, keimt oft der Wunsch nach Veränderung auf. Gartengestalter Peter Sturm, Mitglied der Gärtner von Eden aus Euskirchen, hat den Wandel zum Wohlfühlort perfekt umgesetzt.

Kinder lieben Gärten. Doch irgendwann sind sie ihrer klassischen Nutzung als Fußballfeld und Schaukelparadies einfach entwachsen. Dann entsteht die Möglichkeit, den Familiengarten noch einmal neu zu interpretieren. Verweilorte mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen und diese in eine vielfältige und üppige Bepflanzung einzubetten – das war der Wunsch der Eltern.

Herzstück des umgestalteten Gartens ist eine großzügige Terrasse, die sich mehrfach in der Tiefe staffelt und mit unterschiedlichen Bodenbelägen vor den teils bodentiefen Fenstern des Hauses erstreckt. Diese baulichen Kniffe und die Tatsache, dass sie von mehreren unterschiedlich langen, jeweils freistehenden Mauerriegeln in Sitzhöhe begrenzt wird, lässt die vergleichsweise große Fläche alles andere als langweilig erscheinen. Hinzu kommt, dass an ihrer tiefsten Stelle auf der Terrasse ein antikes Brunnenbecken mit einem kugelförmigen Quellstein steht. Das mit Japanwaldgras umpflanzte Ensemble, unterbricht die Fläche und ist gleichzeitig optischer und akustischer Bezugspunkt, denn das sanft über die Kugel plätschernde Wasser ist Blickfang und meditative Geräuschkulisse gleichermaßen. Nicht nur über die Umpflanzung des Brunnenbeckens hat Peter Sturm – der solche Unikate mit Geschichte seit Jahren sammelt und ihnen in seinen Bauprojekten ein zweites Leben schenkt – die Natur direkt auf die Terrasse geholt. Als Schattenspender dienen hier drei Amberbäume mit schirmförmig erzogenen Kronen. Wie die Terrasse selbst mit ihrem Bodenbelag aus Naturstein, dessen Formate zwischen klassischer Rechteckplatte und Kleinpflaster kunstvoll wechseln, vereinen auch die Mauern, die die Terrasse vom übrigen Garten trennen, Naturnähe und moderne Geradlinigkeit in sich: Ihre Fronten sind mit von Hand behauenen und mit unregelmäßigen Bruchsteinen verkleidet. Ihre Sitzflächen – denn zum Sitzen laden sie mit ihrer Höhe ein – bilden exakt ­zugeschnittene Basaltlavaplatten. Etwas versteckt und dennoch prominent an der Terrasse platziert entstand, ebenfalls aus regionalem Naturstein, ein fest installierter Grill.

Jenseits der Terrasse erstreckt sich nun ein fast verwunschen wirkendes Pflanzenparadies mit weiteren Aufenthaltsmöglichkeiten. Unter Schatten spendenden Bäumen schaukeln zwei Hängematten sanft im Wind. Etwas weiter hinten legte Peter Sturm einen Feuerplatz an. Dieser ist als Senkgarten konzipiert, liegt also etwas tiefer als der Rest. Das schützt ihn vor dem Wind. Da er mit Natursteinmauern eingefasst ist, hält sich hier in den Abendstunden lange die Sonnenwärme des Tages. Auch hier am Feuerplatz gehen Natürlichkeit und Modernität eine sehr harmonische Verbindung ein: Dank Natursteinmauern und Kleinformatpflaster liefert dieser Ort zum Feuermachen etwas archaisch Rustikales. Das relativiert die moderne Feuerschale aus Stahl, auf deren Rand sich auch noch grillen lässt.

Ganz nach den Wünschen der Gartenbesitzer ist die Bepflanzung dieses Gartens so vielfältig, dass sich rund um das Jahr attraktive Gartenbilder ergeben. Im Bestand vorhandene Obstbäume mit ihrer frühen Blüte passten da wunderbar ins Konzept und bilden den Auftakt. Im Sommer dominiert mit Storchschnabel der Sorte ‘Rozanne‘ und Katzenminze die Farbe Lila, und im Herbst übernehmen Gräser und die sich wunderbar färbenden Amberbäume. So ist ein Garten mit hoher Aufenthaltsqualität in nahezu jeder Jahreszeit entstanden, in den auch der Nachwuchs immer wieder gern zurückkehrt.

www.gaerten-petersturm.de

Aufenthaltsqualität zu jeder Jahreszeit

Planung/Ausführung Gärten Peter Sturm, Euskirchen