traumhaftes ferienhaus

Durch eine edle und klare Handschrift bis ins kleinste Detail, zeichnen sich die eindrucksvollen Bauwerke des Architektenteams von Wacker Zeiger Architekten Hamburg aus.

Seit vor gut 100 Jahren die Eisenbahnerschließung Timmdorf erreichte, ist der kleine, ruhige Ort zwischen Diek- und Behler See begehrtes Feriendomizil. Das Architektenteam Wacker Zeiger konzipierte das Haus Am Behler See 22, das in der Idylle auf einem traumhaften, mit alten Buchen bestandenem Seegrundstück steht. Der Entwurf versucht die Qualitäten des Außenraums ins Haus hi­neinzuziehen, gleichzeitig strebt er eine Bodenständigkeit an, die dem genius loci entspricht. „Architektonisch gibt es in der Nachbarschaft kaum Anhaltspunkte, an die man hätte anknüpfen können“, erklärt Ulrich Zeiger. „Insofern bilden Bauwerk und Garten einen eigenen Ort: in seiner Geste zurückhaltend, auf den zweiten Blick aber besonders.“

Auf einem wasserdichten Betonkeller ist das Gebäude in einer Holzelementkonstruktion errichtet. Die Vorliebe, die die Bauherrenschaft für Backsteine pflegte, ließ sich zunächst nicht mit dieser Konstruktionsweise vereinen – die Architekten hatten dies als „nichtmaterialgerecht“ befunden. Doch dann fand sich glücklicherweise ein Stein, der wie ein Dachziegel an die Wand gehängt wird – das war die Lösung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Eine Außenwand mit besten Wärmedämm-Qualitäten, schnell aufzubauen, ökologisch sehr gut zu vertreten und zu guter Letzt mit einer wertigen Oberfläche.

Die Fensteröffnungen sind präzise in die Fassade eingeschnitten. Die dünnen Metallleibungen unterstreichen den scharfkantigen Eindruck. Rücksprünge und Unterschnitte machen den Baukörper zur Skulptur. In Teilen ist der Fassadenstein bis in die Innenräume hineingezogen. Das verstärkt seine Körperhaftigkeit. Innen prägen weiße bis pastellfarbene Wände, dunkle Stein- und Holzböden, Schwarzstahleinbauten und die unverkleidet belassenen Brettstapeldecken den Raumeindruck.

Das energetische Konzept des Ferienhauses geht konservativ von einer Gas-Brennwertheizung aus. Warmwasser wird elektrisch produziert. Eine PV-Anlage dient als zusätzliche Stromquelle. Kurzfristig kann das Haus auch durch einen Kamin aufgeheizt werden. Im unmittelbaren Umfeld des Gebäudes nimmt die Gartengestaltung die Hochbauarchitektur auf und verlängert ihre Orthogonalität in die Flächen und Fassungen. Auch in der Materialität werden Bezüge zum Gebäude gesucht. Zum See hin befreit sich die Landschaftsplanung. Die Linien werden weicher, Elemente des alten Gartens integriert. Die Komposition von Material, Raum, Umfeld und die Wünsche der Bauherrenschaft beherrscht Wacker Zeiger Architekten auf virtuose Art und Weise.


www.wackerzeiger.de

Idylle auf einem traumhaften Seegrundstück

ARCHITEKTUR Wacker Zeiger Architekten, Hamburg
LAGE Timmdorf
BAUJAHR 2017
FLÄCHE 258 qm
IN KONZEPTFINDUNG UND PLANUNG EINBEZOGEN:
TRAGWERK/ENERGIEKONZEPT Cornelius Back, Lübeck
FASSADE Petersen Tegl, Broager (DK); Holzbau Pagels, Bad Segeberg
GARTEN Eskildsen, Bad Malente