02 20 Magazin für Architektur, Garten und Lebensart

Smart Gardening

Tipps & Tricks zur Gartenpflege verrät Landschaftsarchitekt Soeren von Hoerschelmann hier in seinem Beitrag.

Befindet sich ein Bus im Haus, hat sich mitnichten der ÖPNV verfahren: Es handelt sich vielmehr um die zentrale Steuereinheit im Smart Home. Und wenn das für Heizung, Licht und Kühlschrank funktioniert, warum dann nicht auch vor der Haustür?

Beim Smart Gardening geht es im Kern um dasselbe, nämlich die diversen technischen Helferlein möglichst komfortabel und zentral zu steuern, z.B. mittels Tablet. Die Datentechnik bleibt dabei die gleiche, nur die Endgeräte sind natürlich andere. Und von denen gibt es inzwischen einige.

Der Mähroboter hat bereits in vielen Gärten Einzug gehalten, gerne liebevoll mit Namen bedacht. Wenn Hermann, Shawn das Schaf oder Robo den Garten pflegt, bedeutet das nicht nur einen echten Zeitgewinn für seine Besitzer. Richtig programmiert, pflegt er den Rasen, ohne die restlichen Gartenbewohner wie Igel & Co. zu beeinträchtigen. Durch das regelmäßige ­Mulchen wird das Bodenleben angeregt, das Gras versorgt sich dadurch quasi selbst mit den Nährstoffen, die es über die Photosynthese gebildet hat.

Regen ist in unseren Breitengraden ja häufig im Überfluss vorhanden. Während heißer Sommer, zur Urlaubszeit oder einfach an schwierigen Stellen hilft eine automatische Bewässerung allerdings sehr dabei, Pflanzen optimal mit Wasser zu versorgen. Kombiniert man sie mit Wetterstationen und Bodenfeuchtesensoren, läuft man weniger Gefahr, es mit dem Wasser zu gut zu meinen und die Pflanzen versehentlich zu ertränken. Der gute alte Daumen tut es aber auch.

In lauen Sommernächten sorgt künstliche Beleuchtung für eine gesteigerte Aufenthaltsqualität im Freien. Szenisches Licht verleiht dem Garten einen ganz ­neuen, spannenden Ausdruck. Während der dunklen Jahreszeit freut man sich, wenn Fenster nicht dunklen Löchern in den Wänden gleichen, sondern punktuelle Beleuchtung die räumliche Tiefe auf der anderen Glasseite sichtbar macht. Mit einer intelligenten Steuerung vermeidet man dann, das Licht möglicherweise die gesamte Nacht durch brennen zu lassen und ­Schaden anzurichten, besonders an der Insektenwelt.

Wer in der glücklichen Lage ist, einen Pool oder Schwimmteich sein Eigen nennen zu dürfen, wird sich sicher bereits mit einem Reinigungsroboter auseinander gesetzt haben. Automatisch werden Wand und Boden unter Wasser gereinigt, so dass einem ungetrübten Badespaß nichts mehr im Wege steht.

Garten bleibt im Kern analog und die technischen Helferlein sind sicher kein Allheilmittel. Aber richtig eingesetzt, bietet eine smarte Infrastruktur nicht nur seinen menschlichen Bewohnern einen deutlichen Mehrwert.

Soeren von Hoerschelmann

www.gaertenvonhoerschelmann.de