Schönheit im
Spiegel des Wassers

Eine brach liegende Grünfläche hinter dem 50er-Jahre-Haus sollte zum Leben erweckt und als nutzbarer Raum im Außen ausgebaut werden. gartenplus – die gartenarchitekten schufen ein Außenzimmer für mehr Lebensqualität. 

Die Vorgaben für die Gartengestaltung waren klar: Die geradlinige Architektur des Anbaus und die schlichte Innenarchitektur sollten nach draußen fortgeführt werden – und pflegeleicht sollte der Garten sein, das war den berufstätigen Bauherren wichtig. „Die ersten zwei Aspekte lassen sich sehr gut vereinen“, erklärt Bernd Franzen, einer der drei Geschäftsführer von gartenplus. „Denn klare Formen und eine reduzierte Material- und Pflanzenauswahl stehen für moderne Gartenarchitektur – allerdings auch für pflegeextensive Gartenflächen.“ So hat gartenplus ganze Arbeit geleistet, um allen Anforderungen gerecht zu werden.

Eine Holztreppe führt in den tiefer gelegenen Garten, der durch die angrenzenden Nachbargärten im Grünen liegt, aber an der hausabgewandten Seite von einer Garagenwand massiv begrenzt wird. Hier ist auch der attraktivste Sonnenstand im Garten, während in unmittelbarer Hausnähe nur die untergehende Abendsonne eingefangen werden kann. „Folglich gehören das Wohn- und Esszimmer im Freien abgerückt vom Haus an diese Gartenseite“, erklärt Bernd Franzen. Ein rechteckiges Wasserbecken liegt in der Glasfront-Achse des Hauses: Einerseits trennt es die beiden Nutzungsbereiche voneinander, andererseits werden der obere Loungebereich und der untere Essplatz mit dem Wasserspiegel in ihrer Mitte zu einer Einheit.

Eine dunkle Steinkante rahmt nicht nur den Rasen, sie ist auch effektvoll beim Einsatz eines Rasenroboters: Durch die 20 cm breite Kante vor den Mauern und Stufen kann der automatische Gartenhelfer mähen, ohne Grasränder zu hinterlassen. Der Betonstein kommt, wie die Stufen und Großformat-Palisaden, aus derselben Produktlinie und schafft so einen einheitlichen Rahmen für die Flächen der Sitzbereiche. Während der dunkle Basalt-Splitt in der mittleren Körnung 11/16 oben eine architektonische Kühle ausstrahlt, wirkt das warm anmutende Holzdeck unten als Gegenspieler. Breitblättrige Bambusse (Pseudosasa japonica) sorgen für ganzjährigen Sichtschutz und liefern durch ihr auffälliges Blätterrauschen im Wind eine entspannende Wirkung. Denselben Effekt spendet die Bambushecke als feinblättrige Variante (Phyllostachys aurea) gegenüber. Die immergrünen Gräsergattungen bilden meterlange Wurzelausläufer und erfordern eine sorgfältige Pflanzung mit einer Rhizomsperre. Beide Bambusreihen schließen jeweils an die Garagenwand des Nachbarn an, die vom wuchernden Efeu befreit, glatt verputzt und hellgrau gestrichen wurde. Diese Mauer stellt nunmehr einen beruhigenden Gegenpol zu den freiwachsenden Hecken dar. Die Schwere nimmt ihr ein Schilfband (Miscanthus sinensis ‚Silberfeder‘) im Vordergrund, das in einen Splittstreifen gepflanzt wurde, der gleichzeitig als Spritzschutz für die Garage fungiert.

Etwa 30 cm hohe Japan-Seggen (Carex morrowii ‚Variegata‘) bedecken die übrigen Beetflächen und umwachsen den schwarzen Kunststoffrand der Rhizom­sperre. Werden etwa vier bis fünf Pflanzen auf dem Quadratmeter gepflanzt, ist die Pflanzendecke innerhalb von zwei Wachstumsphasen geschlossen. Das weiß-grün panaschierte Gras bildet den schlichten Untergrund für zwei malerisch gewachsene japanische Fächerahorne. Sowohl der Schlitz-Ahorn (Acer palmatum ‚Dissectum‘) oberhalb als auch der aufrecht wachsende Fächer-Ahorn (Acer palmatum) unten werfen grüne Spiegelbilder auf die Wasseroberfläche und bilden so eine Einheit.

Zur Ruhe kommen, die Seele baumeln lassen, laue Sommerabende mit Freunden genießen – gartenplus – die gartenarchitekten haben hier einen Freiraum geschaffen, der keine Wünsche offen lässt.


wohnraum 
im Freien

GARTENARCHITEKT gartenplus – die gartenarchitekten
LAGE Meerbusch
BAUJAHR 2009
FLÄCHE ca. 250 qm
GARTENBAU Fonken Garten- und Landschaftsbau, Grevenbroich