runde sache

Ein Kubus mit abgerundeten Ecken, bodentiefen flächenbündigen Fenstern und einem Putz mit besonderer Strahlkraft – Architekt Martin Falke legt eine außergewöhnliche Erscheinung in einer gutbürgerlichen Siedlung hin, die ihres gleichen sucht.

Eigentlich sollte das Siedlungshäuschen aus den 50er-Jahren auf einem 600 Quadratmeter großen Grundstück in Rodenkirchen umgebaut werden. Doch der baufällige Zustand und die geringe Wohnfläche führten zur Entscheidung das Haus abzureißen. Der Neubau, den Falke Architekten planen durften, sollte sich selbstbewusst von der umgebenen Satteldachbebauung abheben. Der Wunsch des Bauherrn war, für seine vierköpfige Familie ein modernes Wohnhaus zu errichten, welches sich selbstbewusst von der landläufigen Bauhausarchitektur absetzt. Auf einer Grundfläche von 105 Quadratmetern ist ein zweigeschossiger Baukörper mit Staffelgeschoss und voller Unterkellerung entstanden. Auf dem Keller, der aus Betonfertigteilen in WU-Qualität gebaut ist, wurde der Rohbau in einer Holzrahmenkonstruktion mit Holzbalkendecken errichtet.

Ohne Ecken und Kanten

Das Besondere an dem Bauwerk: Runde Gebäudeecken, die die in der Fassade liegenden, flächenbündigen Fenster unterstreichen. Die Außenfassade des Hauses ist mit einem feinkörnigen Filzputz überzogen, der für eine besondere Strahlkraft sorgt. Für das Staffelgeschoss und die Garage sind horizontal verlegte Rauspundbretter aus Lärche auf einer Unterkonstruktion montiert.
Im Erdgeschoss befindet sich ein großzügiger Wohnraum mit offenem Ess- und Kochbereich. Für Transparenz sorgt eine großdimensionierte Vollverglasung, die sich um die gebogene Gebäudeecke erstreckt und den Wohnraum zum Garten hin öffnet. Von dem Wohnzimmersitzplatz an der abgerundeten Scheibe schweift der Blick über die Terrasse in einen, von alten Bäumen gesäumten Garten.

Muschelförmiges Treppenhaus

Vom Eingangsbereich mit Gäste-WC und Garderobe führt eine geschwungene Treppe mit weißgemauertem Geländer zur Galerie ins Obergeschoss. Hier befinden sich zwei Kinderzimmer mit Bad sowie das Elternschlafzimmer mit Bad und Ankleide. Von diesem Flur führt eine schmale Stahltreppe in das Staffelgeschoss, das als Arbeitszimmer mit angrenzender Dachterrasse genutzt wird. Durch das gemauerte Treppenauge, das durch seine organische Form an eine Muschel erinnert, fällt diffuses Licht in das Untergeschoss, wo sich Gästezimmer, Waschküche, Lagerfläche und Technikraum befinden. Eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für das optimale Raumklima und eine gute Energiebilanz. Eine weitere Besonderheit des Baus: Aufwändig bearbeitete Attikaabdeckungen, die aus einer Beschichtung mit Flüssigkunststoff bestehen und ein starkes Gefälle zur Dachterrasse haben. Nur so war es möglich, die runden Ecken des Gebäudes auch im Detail überzeugend darzustellen. Planung und Einbau der gebogenen Zwei-Scheiben-Festverglasung im Erdgeschoss stellten eine echte Herausforderung dar: Um die Radien von Gebäudeecke und Verglasung exakt flächenbündig auszuführen, sah die Planungsgrundlage Null Millimeter Bautoleranz vor. Vor dem Hintergrund der umgebenen Siedlungshausbebauung wirkt dieser Neubau wie vom Himmel gefallen. Durch seine immaterielle Erscheinung behauptet er sich selbstbewusst im städtischen Kontext.


Ein Neubau wie vom Himmel gefallen

PLANER Falke Architekten, Köln
VERMESSER Rottländer, Köln
BAUGRUNDGUTACHTEN Geo Consult, Overath
GEBÄUDETECHNIK PS Gebäudetechnik, Köln
STATIK K.J.Schmidt + Partner, Morsbach-Appenhagen
ABBRUCH Josef Arns, Mechernich-Weyer
ERDARBEITEN Volker Lenz Elektro-Meister-Betrieb, Köln
ROHBAU BPF Bauunternehmung und Bauträger, Blankenheim
FENSTER Velfac
FLIESEN Fliesen Theisen, Bonn
DEKOR Raumordnung, Köln
TISCHLERARBEITEN Tischlerei Dahmen, Langerwehe-Dhom
TREPPE/HOLZSTUFEN Kubitzek, Brühl
STAHLTREPPE Metallbau Frank Vogel, Köln
ELEKTRONIK Volker Lenz Elektro-Meister-Betrieb, Köln
HOLZBAU Holzbau Fuchs, Kelberg
DACH Schröder Bedachungstechnik, Köln
SONNENSCHUTZ Görmar und Sohn, Köln