02 20 Magazin für Architektur, Garten und Lebensart

Quelle des Glücks

Wasser, als natürlicher Lebensraum, sollte als Synthese von wohnen und arbeiten dienen. Richter Garten schufen einen Ort, der von Natur aus wirksam ist. Für Mensch und Tier.


Einerseits sollte er Wohnhaus und Arbeitsstätte miteinander verbinden. Andererseits war es der Wunsch des Bauherrn, dass die Planung des Gartens auch den geliebten Koikarpfen, Wasser- und Landschildkröten gerecht wird. Somit stand das Hauptelement des Konzepts fest. Wasser. Ein Bachlauf, der an der Terrasse des Wohnhauses beginnt, bietet gemeinsam mit zwei organisch angelegten Teichen, den Schildkröten und den Kois gleichermaßen Lebensraum. Und er begleitet die Hausbesitzer jeden Morgen auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz.

Ein Trompetenbaum, ungefähr in der Mitte des Gartens, überschattet den kleinen runden Platz mit Sitzmauer, die zum Innehalten und Beobachten der Tiere einlädt. Die Sitzgelegenheit ergab sich durch das Auffangen des abfallenden Geländes. So konnte auch eine nutzbare Rasenfläche entstehen, die sich an die Hausterrasse anschließt. Der gegenläufige Schwung in der Planung verstärkt die Geste des Gartens und unterstützt die Funktion der gewünschten Synthese. Ein hohes Maß an Privatsphäre – diesem Wunsch folgend schotten große ­Säulenzypressen, Bambus, Tannen und Kirsch­lorbeerhecken das Grundstück ab und lassen einen ungestörten Gartenraum entstehen. Das Holzdeck lädt dazu ein, die Füße im Wasser baumeln zu lassen und die Fische und Schildkröten zu beobachten. Durch die üppige Bepflanzung wird jeglicher Lärm von Straße und Nachbar aufgefangen – man lauscht einzig den zahlreichen Vogelgesängen. Fast fühlt es sich an als säße man im Urwald, obwohl die Hauptstraße des Ortes nur wenige Meter entfernt ist.

Aufatmen, Abschalten, das Naturschauspiel geniessen

Hellgrauer Granit in Verbindung mit Holz und Polygonalplatten sind mit Basaltkleinpflaster eingefasst. Sie passen zum Haus und unterstreichen den roman­tischen, leicht verspielten Charakter. Wandelt man durch den Garten, wird man das ganze Jahr über von blühenden Stauden begleitet und findet immer wieder neue Motive. Ein Wechselspiel aus Öffnung und Schließung von grünen Räumen erzeugt Spannung und lässt die Besitzer jeden Tag aufs Neue mit Neugierde durch den Garten schreiten. Das Füttern der Fische und das Beobachten der in der Sonne liegenden Schildkröten wirken besonders beruhigend und lassen Energie für den Arbeitstag tanken. Verlässt man den Garten hin zur Arbeitsstätte, macht sich auch in Form und Materialität eine gewisse Strenge und Formalität bemerkbar – eher geometrische Formen mit verschiedenen ­Splitten definiert, schaffen einen klaren Übergang. Der nüchtern und schlicht gehaltene Innenhof lässt einen dann schließlich ganz in der Arbeitswelt ankommen. Bis man sich wieder auf den Heimweg freuen kann, vorbei an der zauberhaften Natur.

www.richter-garten.de

Lustwandeln im Garten

Planung/Ausführung Richter Garten, Geilenkirchen