Im Rausch der Tiefe

Die Landschaftsarchitekten von MSB hauchten einem alten Garten Hamburgs neues Leben ein und entwickelten einen Ort für traumhafte Ausblicke und ein wenig Rückkehr zu sich selbst.

Der alt eingewachsene Garten sollte eine Neugestaltung erfahren. 1.200qm klar gegliederte Fläche ließen eine gut ablesbare Raumabfolge erkennen. Die Proportionen des Freiraums waren stimmig mit der Länge des Grundstücks und harmonierten zur Größe des Hauses. Verbunden mit dem Wunsch der Bauherren, die beiden vorhandenen Gartenhäuser durch neue zu ersetzen, wurde der Garten als Ganzes in seiner Gestaltung überdacht und im Rahmen eines Vorentwurfs weiterentwickelt. 

Der strukturelle Rahmen für den Vorentwurf des Landschaftsarchitekten-Teams wird von der Raumabfolge bestimmt, die MSB vorgefunden hatte. So ergeben sich drei unterschiedliche Gartenabschnitte. Sie sind in ihrer Gestaltung thematisch bewusst unterschiedlich konzipiert und verleihen damit jedem der drei Gartenräume einen ganz eigenen und individuellen Charakter. Als Rahmung und ruhige Kulisse für die vorgelagerten Pflanzungen fungiert eine Rot-Buchenhecke, die um das gesamte Grundstück verläuft.

Die Zufahrt und der direkte Weg zum Haus bleiben unverändert. Nur der weiterführende Weg ums Haus wird formal neu ausgerichtet. Zwischen Zaun und Weg sind Kissenpflanzungen aus Azaleen, ergänzt mit Hortensien, vorgesehen, die in kleinen Gruppen auch auf der Südseite des Weges positioniert sind, ergänzt durch wolkig geschnittene Eiben. Eine Rot-Buchenhecke trennt den Zufahrtsbereich vom Vorgarten. Von der erhöhten Terrasse am Haus blickt man in die Tiefe des Gartens. Eine weitere Rot-Buchenhecke trennt den ­Garten an der Südterrasse optisch vom nachfolgenden Südgarten. Zwischen der ­Terrasse am Haus und der trennenden ­Hecke verläuft eine seitlich von einer opu­lenten Staudenmischpflanzung gefasste Rasenfläche, deren Abschluss im Süden das bestehende Wasserbecken bildet. Auf der Ostseite ist eine Terrasse vorgesehen, die über einen schmalen, umlaufenden Weg zu erreichen ist. Südlich dieses Gartenteils ist eine Mixed-Border-Pflanzung mit Rosen und passenden Sträuchern und Stauden angedacht. 

Der formal streng gegliederten Gartenfläche am Haus wird hier eine weiche, geschwungene Formensprache gegenübergestellt, die sich zum Süden trichterförmig aufweitet und ihren Abschluss in einer leicht geschwungenen Heckenscheibe findet. Hier kann als Blickfang eine Bank oder ein Kunstwerk stehen. Hinter der Heckenscheibe ist genügend Raum für ein kleines Gartenhaus, temporäre Lagerflächen für Gartenabfälle oder Rückzugsorte für Kinder. Eine vielfältige Pflanzung aus Strauchmagnolien, Hortensien und bodenbedeckenden Stauden rahmt die Rasenfläche und bildet einen geschützten Gartenraum aus, der vereinzelt um kleinkronige Zierobst-Gehölze ergänzt wird. Das zweite Gartenhaus ist im östlich gelegenen Beet platziert und von Sträuchern so gefasst, dass es vor Blicken aus dem Norden schützt/abschirmt. MSB gestaltete mit diesem Refugium einen spannenden Dialog aus historischer Substanz und moderner Form, wo man zur Ruhe kommt und entspannt den Blick schweifen lassen kann.


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Drei Gartenräume, drei individuelle Charakter