02 19 Magazin für Architektur, Garten und Lebensart

Genialer Einblick, sagenhafter Ausblick

Hier oben ist die Welt noch in Ordnung. In der höchstgelegenen, ganzjährig bewohnten Siedlung der Bündener Gemeinde Vals liegt der Weiler Leis auf 1.526 Meter über dem Meer. Dort, in dem schweizerischen 20-Seelen-Ort, hat Peter Zumthor drei freistehende Holzhäuser gebaut. Für sich und seine Familie. Und für Feriengäste.

Peter Zumthors Frau Annalisa hatte immer schon davon geträumt, in einem Holzhaus zu wohnen. „Wenn sie mir davon erzählte, erhielt ich den Eindruck eines intimen Hauses in den Bergen“, erzählt der weltweit bekannte Architekt. „Es war klar, dass sie ein sehr persönliches Gefühl der Geborgenheit beschrieb. Sprach sie vom Geruch des Arven­holzes, vom Prasseln des Feuers im Stubenofen, von der besonderen Wärme des Holzes? Ich weiß es nicht mehr, aber geblieben ist mir der Eindruck, dass das Haus, das sie beschrieb, diese besondere Ausstrahlung hatte, die nur Häuser aufweisen, die aus massivem Holz gebaut sind.“ Hell ruht es nun da im kleinen Weiler von Leis mit seinen altersschwarzen Holzbauten. „Daneben steht ein zweiter Neubau, den wir gleich­zeitig errichtet haben, ein kleineres Schwesterhaus, zwei Häuser der gleichen Familie, die Leiserhäuser. Man bewegt sich durch die Häuser von Aussicht zu Aussicht. Die Präsenz von Holz ist überall spürbar, intim und nahe am Körper, ein mildes, seidig glänzendes Strahlen der Hölzer im Licht.“ (vgl. Architektur Denken, Birkhäuser 2010).

Das Oberhus bewohnt der Architekt mit seiner Familie. Unterhus und Türmlihus teilen die Zumthors mit Menschen, die das Schöne lieben und hier ganzjährig Ferien machen möchten. Die berühmte Valser Therme ist übrigens auch nicht weit. Im Winter führt die Skipiste von Gadastatt hinunter ins Tal direkt an Leis und den Ferienhäusern vorbei. Vom Frühsommer bis in den Herbst sind die Leiser Häuser Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen. Und das ganze Jahr über sind sie ein wunderbares Refugium – inmitten von Bergen, Natur und blauem Himmel. Das Unterhus hat viereinhalb Zimmer und bietet Platz für vier bis fünf Personen. Die 150 Quadratmeter Wohnfläche sind auf drei Stockwerke verteilt. Alle Zimmer des Hauses bieten einmalige Ein- und Ausblicke. Der Wohnraum des Hauses liegt im obersten Stock. Er hat den Charakter einer geschlossenen Aussichtsplattform, die im Südwesten in einen Balkon übergeht. Der Raum ist auf zwei Seiten vollständig verglast, so fließt die Landschaft durch ihn hindurch. In der offen angrenzenden Küche blickt man quer über das Tal. Ein paar Stufen höher liegt der zur Abendsonne orientierte Arbeitsraum. Im Wohnzimmer steht ein Ofen aus Tavetscherstein, den man auf traditionelle Weise mit Holz einfeuert. Im mittleren Stockwerk sind zwei Schlafzimmer mit direktem Zugang zu einem großen Duschzimmer aus Teakholz. Beim unteren und oberen Eingang des Hauses finden sich sonnige, möblierte Außensitzplätze zum Genießen und Entspannen.

Das Türmlihus umfasst dreieinhalb Zimmer und bietet Platz für vier bis fünf Personen, 128 Quadratmeter Wohnfläche sind auf drei Stockwerke verteilt. Der großzügige Wohnbereich im Haus ist kreuzförmig angelegt. Durch vier Panoramafenster blickt man in alle Himmelsrichtungen. Vier große Erker beherbergen die offene Küche, Essbereich, Wohnbereich mit Cheminéeofen und einen Lese-Arbeitsbereich. Hier befindet sich auch der Ausgang zur Sonnenterrasse im Hang. Im mittleren Stockwerk ist eine Sauna für vier Personen eingerichtet. Gegenüber liegt das große Schlafzimmer mit Schreibtisch und Sitzgelegenheiten, in dem man auch arbeiten kann. Der fulminante Blick aus dem Zimmer reicht quer über das Tal. Und es hat ein eigenes Badezimmer aus Teakholz. Im Erdgeschoss liegt ein gleich großes Zimmer mit derselben fantastischen Aussicht und einem Teakholz-Dusch­raum. Den mit Steinplatten belegten Platz vor dem Eingang teilt sich das Türmlihus mit dem Unter- und dem Oberhus.

Alle Zumthor-Häuser sind mit Möbeln und Leuchten von Baltensweiler, Rodolfo Dordoni, Antonio ­Citterio, Warren Platner, Eero Saarinen und Peter Zumthor eingerichtet. Jotta, ein Gast, verewigte sich im Gästebuch: „Das Türmlihus: 28.3. Angekommen im ­Türmlihus, 29.3. Wach geworden im Türmlihus, 30.3. Zu Hause im Türmlihus, 31.3. Verliebt ins ­Türmlihus. Ohne Zeit gelebt im Türmlihus.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

www.zumthorferienhaeuser.ch

Zu Hause. Verliebt. Ohne Zeit gelebt.