02 20 Magazin für Architektur, Garten und Lebensart

Umbau statt neubau - der vergangenheit eine zukunft geben mit Projekten von falke architekten

"Es sind die spannenden Geschichten, die alte Häuser erzählen, die ich gerne im Sinne der Moderne fortführen möchte" (Martin Falke). Dabei sieht er die Moderne nicht als Dogma, sondern viel mehr als eine Befreiung zum Modellieren und Bauen mit Licht. Meistens beginnt die "Befreiung" mit dem Rückbau von Wintergärten, Dachüberständen, Anbauten. Es betrifft alle denkbaren Arten der Verschattung vor Fenstern und Bekleidung von Fassaden. Manchmal hat er sogar das Gefühl ein Bildhauer zu sein. Denn durch das Wegschlagen am Objekt arbeitet er sich an die Schönheit seines Projekts heran. Hier ist es wichtig das Wesentliche herauszuarbeiten und zu erhalten. Es können zentrale Elemente wie eine Treppe sein, oder auch kleine Details, wie Stuckelemente, Fußleisten und alte Bodenbeläge, die sich nach sorgfältigem Abtragen als kleine Schätze auftuen.

Diese in Kontrast zu einer minimalistisch modernen Gestaltung zu setzen, ist der Reiz, der ihn immer wieder aufs Neue herausfordert. Bei Gründerzeithäusern mit reichem Stuck und hohen Räumen ist es ein Leichtes die Qualität der Architektur herauszuarbeiten. Hier bedarf es oft nur ein paar gezielter Eingriffe, um großes zu bewirken. Das "Große" muss stets auch das "Leise" sein. Damit ist mehr im Sinne der Haltung als der Akustik gemeint. Räume werden "groß", "leicht" und "leise" mit Licht.

In alte Häuser einzugreifen bedeutet bei aller Freude für das Schöne, welches sich teilweise dort verbirgt, eine große Herausforderung für Planer und Bauherren. Es gibt kaum ein Projekt, das den prognostizierten Budgetrahmen eingehalten hat. Dies lag nicht etwa daran, dass die so dringend notwendige Bestandsaufnahme nicht gewissenhaft durchgeführt wurde oder die Kosten genau kalkuliert wurden. Stattdessen tritt regelmäßig Unvorhersehbares ein, dass Kosten in die Höhe treibt.

Natürlich wiederholen sich Umstände, die für Kostensteigerungen sorgen. Doch diese Umstände sind vielfältig und treten unterschiedlich auf. Würde man alles Unvorhersehbares in die Kalkulation vor Projektbeginn einrechnen, wäre jedes Umbauvorhaben unwirtschaftlich. Bei einem Umbauprojekt im letzten Jahr musste sogar das Haus abgerissen werden. Im Zuge der Umbauarbeiten stellte sich heraus, dass die Fundamente aus den 60er Jahren unzureichend waren, um eine Aufstockung durchzuführen.

Falke Architekten BDA blicken mittlerweile auf 26 Jahre zurück, in denen große, aber auch kleine Neubau- und Umbauprojekte begleitet wurden. 1995 begann alles in einer alten Schlosserei in der Kölner Innenstadt, die Martin Falke nach seinen Vorstellungen im Geiste des Schaffens von Kontrasten zwischen alt und neu, durchflutet von Licht umgebaut hat.


https://www.falke-architekten.de/

"licht ist der wichtigste baustoff" - Martin falke

Fotos: Lioba Schneider Photography; Frank Schoepgens