einzigartige wandbilder

Jeder Auftrag eine Einzelanfertigung – die Hamburgerin Susanne Thurn entwirft Tapetenmuster von Hand, stellt die Vliestapeten selbst im Siebdruck her und schafft so kunstvolle Wände, die eigene Geschichten erzählen.

Sie hat sich darauf spezialisiert, ihre Tapetenmuster in den Wunschfarben der Auftraggeber zu drucken. „Manchmal schlage ich eine Farbpalette vor, manchmal lege ich mit einem Innenarchitekten die Farben passend zum Interior-Konzept fest.“ Jeden Meter komponiert die Hamburgerin individuell. Einzelne Elemente greifen offen ineinander und wachsen so zu einem ganz besonderen Wandbild zusammen. Der erhabene Farbauftrag wird zum haptischen Erlebnis. Durch den Handdruck entstehen kleine Unebenheiten, Strukturen und unterschiedliche Farbüberlagerungen, die jeden Druck zum Unikat machen.

Siebdruck ist Handwerk. „Eine sehr aufwendige Technik, die sorgfältig ausgeführt sein will“, erklärt Susanne Thurn. In ihrer Werkstatt in Hamburg St. Pauli, wo sie übrigens auch Workshops für Anfänger und Fortgeschrittene anbietet, mischt sie die Farben an, belichtet die großen Siebe und positioniert sie auf dem Drucktisch. In dem sie den Rakel fest über das Sieb zieht, drückt sich die Farbe durch das Gewebe und wird so auf die Vliestapete gedruckt. Jede Farbe erfordert einen separaten Druckvorgang.

„Viele Muster entstehen beim Experimentieren. Vor allem für Dessins, die aus vielen Formen bestehen, brauche ich manchmal für ein paar Meter gedruckte Tapete einen ganzen Tag. Aber ich mag diesen künstlerischen Vorgang.“ Auf langen Flächen lässt Susanne Thurn die Tapeten trocknen, betrachtet das Ergebnis und beschließt, an welcher Stelle weitere Elemente gedruckt werden müssen. So entscheidet sie individuell. Bahn für Bahn.
Bevor Susanne Thurn sich voll dem Siebdruck widmete, arbeitete sie als freie Illustratorin für Verlage und Zeitschriften. Während ihres Studiums in Hamburg und London erlernte sie verschiedene Drucktechniken. Als sie ihre Hochzeitseinladung von Hand drucken wollte, fand sie zum Siebdruck zurück. Kurz darauf wurde sie gebeten, Tapeten neu zu gestalten – sie hatte als Illustratorin auch für Architekturbüros Wandbilder gestaltet.

Alle paar Monate entwirft sie ein neues Muster. Damit die Kollektion übersichtlich bleibt, verschwindet ein altes aus dem Sortiment. Die Ideen zu ihren Tapeten entstammen oft dem Spannungsfeld von Stadt und Natur. Federn von alten Kleidern, Flohmarktfundstücke, Zeitungsausschnitte und Zeichnungen vom Alltag oder unterwegs – zunächst sammelt Susanne Thurn verschiedene Dinge die sie inspirieren könnten. Dann „fertige ich meine Vorlagen von Hand. So haben sie eine wärmere Anmutung.“ Beim Drucken werden alle Elemente individuell auf die Tapetenbahnen komponiert. „Ich bin nicht daran interessiert, Muster exakt zu reproduzieren. Das können Maschinen besser. Ich mag Überraschungen, denn daraus entstehen oft neue Ansätze.“ „Skara“, „Aurelie“ oder „Ella“ heißen ihre Muster, die erst auf dem Schreibtisch und dann in der Werkstatt langsam wachsen, um schließlich über die Homepage oder eine Tapetenagentur adoptiert zu werden. Am Ende verleihen sie einem Raum ein ganz wunderbar individuelles Bild.

www.susannethurn.de

Jeder Meter ist eine eigene Komposition