01 19 Magazin für Architektur, Garten und Lebensart

Edles einzelstück

Die Kölner Architekten Ulrike und Martin Halfmann begegnen den Wünschen der Bauherren mit einer sehr gelungenen Melange aus Repräsentativität und Modernität.

Das übergroße Gartengrundstück im bevorzugten Kölner Westen sollte mit einem Wohnhaus für eine fünfköpfige Familie bebaut werden. Die Bauherren wünschten sich ein modernes Bauwerk: Nicht zu groß für eine Alleinnutzung im Alter, dennoch mit Platz für Gäste und Hobbies, repräsentativ ohne Überheblichkeit, hell und mit zurückhaltendem Materialeinsatz. Der Bebauungsplan sah eine eingeschossige Bebauung vor. Eine Vorgabe, die von den durchweg modernen Nachbargebäuden äußerst großzügig interpretiert wurde. Gelöst wurde dieser Widerspruch durch ein auf der Eingangsseite zurückgesetztes Staffelgeschoss, das durch den Dachüberstand über dem durchlaufenden Balkon im Süden die Flucht des Erdgeschosses aufnimmt. Der metallverkleidete Kubus von Doppelgarage und Nebenräumen schiebt sich unter die Faltung der verputzten Massivbauteile und ergänzt das Gebäude zu einer einfachen, rechteckigen Geometrie.

In der zweigeschossigen Eingangshalle findet sich eine skulpturale Treppe. Sie erschließt über eine Galerie im Obergeschoss die Schlafräume der Familie, die durchweg nach Süden ausgerichtet und mit raumhohen Fensterelementen zum Garten hin geöffnet sind. Hinter der eher geschlossenen Nordfassade sind Bäder und Ankleide aufgereiht. Darunter im ­Erdgeschoss ist der Gäste- und Arbeitsbereich angeordnet. Die gesamte Südseite des Erdgeschosses besteht aus einem durchlaufenden Wohn- und Essraum, von dem sich die sonst offene Küche durch Schiebeelemente abtrennen lässt. Innenarchitektonische Akzente sind sparsam und sorgfältig gesetzt: Ein schlichter und skulptural gestalteter Kamin mit Natursteinbank, weiß lackierte Raumteiler, geschlossene Brüstungen der Treppe, das Sideboard des Elternwaschtisches aus dunklem Holz, Treppenstufen und Garderobe im Foyer aus heller Eiche.

Der große Lichteinfall der gartenseitigen Glasfassade und die aufeinander abgestimmte Materialwahl bestimmen die Atmosphäre des Hauses. Helle Eiche, sandfarbene Fliesen und Wollteppichböden, weiße Wände und Decken mit sparsamen Akzenten von dunklem Holz und einer korrespondierenden Fliesenwand im Elternbad. Alle Leuchten sind entweder in die Decken integriert oder in schlichten weißen Kuben aufgesetzt. Die Fassade lebt vom Wechselspiel zwischen mäandrierenden Putzflächen und dunklen Metall­elementen, die auch die großzügigen ­Verglasungen einrahmen. Die Bauherren wünschten sich Angemessenheit und Zurückhaltung. Darüber hinaus erhielten sie von Halfmann Architekten flexible Grundrisse und neutrale Räume mit hoher Wertigkeit als Basis für ein buntes und individuelles Zusammenleben.

www.halfmann-architekten.de


Wertigkeit aus einem Guss

ARCHITEKTEN Halfmann Architekten, Köln
LAGE Köln-Müngersdorf
BAUJAHR 2017
WOHNFLÄCHE 280 qm
AUSSENANLAGEN 3Plus Freiraumplaner, Aachen
BAUPHYSIK ISRW Klapdor, Düsseldorf
DACHDECKER Büdenbender Dachtechnik, Kerpen
EINBAUMÖBEL Martin Wirtz, Köln
ELEKTRO Kaltwasser Elektrotechnik, Köln
ESTRICH Parkett Hasler, Köln
FENSTER Metallbau van Broek, Köln, https://www.van-broek.de/
FLIESENLEGER Fliesenfachgeschäft Schmidt, Bergisch Gladbach
GARTENBAU Goertz, Erkelenz-Lövenich
GLASER Glas Birk Junior, Köl
HAUSTECHNIKPLANER Lorenz TGA ingenieure, Köln
INNENTÜREN Ohrem Holzbearbeitung, Kerpen
Türnich
KÜCHE Brune Küchen, Köln
KAMIN Lenz & Dörrenberg, Köln
MALER Theo Schorn, Kerpen-Türnich
PARKETT Parkett Hasler, Köln
POOLTECHNIK Hermann Püschel, Köln
PUTZ INNEN Alexander Augel, Bergheim-Quadrat
ROHBAU Zervos, Erftstadt
SANITÄR/HEIZUNG Alfred Kettenus, Frechen
SCHLOSSER Schlosserei Evans, Linnich
STATIK Finck Billen, Köln
TORANLAGE Metallbau Pietrzak, Mechernich
TREPPENGELÄNDER INNEN Ohrem
Holzbearbeitung, Kerpen-Türnich
TROCKENBAU Jaeger Ausbau, Köln
METALLBAU Metallbau van Broek, Köln
VERMESSER KDS, Köln WDVS Theo Schorn, Kerpen-Türnich