Die Leichtigkeit des Steins

Formwille und Widerstand. Steinbildhauer Markus Schürmeyer arbeitet in der denkbar größten kulturhistorischen Spannung von Archaikum und Moderne und beeindruckt mit seinen Steinschalen.

Ein Brocken aus einem Bergmassiv. Ein Stein, ein Schlag, ein Blick: seine Natur erkennen. Ein Schlag, ein Griff: seine Natur spüren. Ein Schlag, ein Klang: seine Grenzen hören. Ein Schlag, ein Zufall: seiner Eigenart folgen. Tausend Schläge: ein Dialog zwischen Meister und Material, zwischen der Idee im Kopf und der Form im Stein, zwischen Jahrtausenden der Steinentstehung und Wochen des Werdens zur Schale.

In diesem Prozess von Wandel und Veränderung in Kommunikation mit dem Stein findet Markus Schürmeyer die künstlerische Herausforderung, die er sucht. Material und Form stehen im kontrastreichen Dialog miteinander. Dieser spiegelt sich im Arbeitsprozess wider und beginnt bei der Auswahl des Werkstoffs. Der Meister lässt sich anziehen und inspirieren von den spezifischen Materialeigenschaften eines Steinbrockens, seiner Farbe, seiner Struktur, seiner Lagerung und seines Härtegrades. Daraus ergibt sich die anfängliche Gestaltungsidee. Der weitere Prozess ist ein ständiger Dialog zwischen Material und Bearbeitung, wobei die Charakteristika des Werkstoffes laufend die Gestaltungsidee modifizieren. So wird jede Schale allmählich höchst individuell aus dem Arbeitsmaterial geboren – als stimmige Synthese aus Material und Form. Dieser Prozess dauert etwa zwei bis drei Wochen und ist beendet, wenn keine Steigerung des Ausdrucks mehr möglich oder die Grenze des Materials erreicht ist. Die Steinschalen von Markus Schürmeyer sind bildhauerische Objekte, die in der faszinierenden Dialektik von archaischem Werkstoff, gestalterischer Urform und zutiefst zeitgenössischer künstlerischer Ausgestaltung und Anmutung beeindrucken.

www.stein-kunst-schuermeyer.de