02 20 Magazin für Architektur, Garten und Lebensart

Das gefühl für zeit

Die Künstlerin Johanna Bath bringt emotionale und nostalgische Komponenten auf die Leinwand, die mit der Vergänglichkeit in Verbindung stehen. Dabei werden ihre Werke für immer ganz besonders sein.

Kunst ist dazu da, den Staub des Alltags von der Seele zu waschen“, erklärte einst Pablo Picasso. Für Johanna Bath ist der gesamte Malprozess wie ein Spiel. „Ich weiß nie, wie das fertige Werk aussehen wird“, erzählt die Künstlerin. „Mit dem ersten Strich, der ersten Farbpfütze auf einer bis dahin unberührten Fläche, habe ich plötzlich ein Problem geschaffen, welches es zu lösen gilt.“ Die besten Bilder sind die, in denen sie sich selbst völlig verliert. „Ich kann kaum sagen, wie ich sie gemalt habe oder warum – der ganze Prozess ist fast wie eine spirituelle Erfahrung.“

Johanna Bath ist im westfälischen Warendorf geboren, macht nach dem Abitur eine Ausbildung zu Illustratorin an der Bildkunst Akademie Hamburg und studiert im Anschluss an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft Design mit Schwerpunkt Illustration in Hamburg. Inzwischen entstehen Bilder, denen keine Skizze zugrunde liegt, sondern nur eine vage Idee, die sich formal und ästhetisch intuitiv entwickelt. Es sind Werke, die von Übermalungen und Fehlern leben, einem ständigen Änderungsprozess unterliegen, „die sich allerdings in ihrer Bedeutung meiner Kon­trolle entziehen.“ Erst im Dialog mit dem Betrachter entfalten die Gemälde ihren Sinn, entwickeln eine Eigendynamik und werden zum eigenständigen Ding. „Zwischen Bild und Betrachter soll eine Verbindung entstehen. Ein Raum, der sich mit Handlung, Emotion und Sinn füllt. Ein echtes Zwiegespräch.“ Nach dem Diplom arbeitet Johanna Bath zunächst in Hamburg in verschiedenen Bereichen der Kreativbranche, wie Verlage und Galerien, bevor sie 2009 zurück in die geographische Heimat zieht. Niedrige Ateliermieten und eine rasche Einbindung ins lokale kulturelle Netzwerk ermöglichen ihr den Einstieg als Künstlerin. Anfangs fertigt die Malerin vor allem Auftragsarbeiten für Privatleute an und leitet Schulprojekte. Nach und nach verschiebt sich der Fokus auf die eigenen Arbeiten. Stadthaus­galerie und Gustav-Lübke-Museum Hamm, Raum für zeit­genössische Kunst Gladbeck, Hotel Traube Tonbach Baiersbronn, UFAM Ruhr Essen, Schlosshotel Monrepos Ludwigsburg – regional und überregional werden die Werke von Johanna Bath mehrfach in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.

2017 wird sie von der Online Plattform Saatchiart, der größten internationalen Adresse für Kunst im Netz, in der Kategorie „One to watch“ vorgestellt, wodurch ihre Bilder auch bei internationalen Sammlern Aufmerksamkeit und Anerkennung finden. Es folgen im März 2019 eine Einzelausstellung in der Part2Gallery in Düsseldorf und die Teilnahme an der Kunstmesse „the Other Art Fair“ in Brooklyn/New York im November 2019. Für dieses Jahr ist eine Ausstellung in Oslo, Norwegen geplant. „In meinen Arbeiten erforsche ich das Konstrukt der Zeit und suche Möglichkeiten, dieses abstrakte, unsichtbare Phänomen greifbar und zugänglich zu machen, vor allem für mich selbst. Dabei interessieren mich besonders die emotionalen und nostalgischen Komponenten, welche mit Zeit und Vergänglichkeit in Verbindung stehen. Eine Atmosphäre der Stille und Intimität zwischen Bild und Betrachter ist mir ebenso wichtig wie eine spielerische, teils konkrete, teils abstrakte Bildsprache, die Raum für eine individuelle Deutung lässt. ‚Das Gefühl für Zeit‘ auf einer Leinwand einzufangen, das ist mein Antrieb.“ Oft wird ein Künstler gefragt, wie er dieses oder jenes Werk geschaffen hat. Die Künstlerin Johanna Bath hat vielleicht eine Antwort. „Ganz erklären, was ich da mache, kann ich nicht – wahrscheinlich macht das auch den Zauber aus. Ich liebe die Malerei für ihre unbegrenzten Möglichkeiten, Realitäten zu schaffen und tariere diese immer wieder auf der Leinwand aus. Abstrakte, gestische Malerei begeistert mich ebenso wie realistische, naturalistische Bildanteile und grafische, strenge Elemente. Ich improvisiere gerne, verknüpfe unterschiedliche Stile miteinander, lasse Abschnitte grob sowie unvollkommen und kombiniere widersprüchliche Elemente. Ich beginne meine Bilder mit diesem Funken der Inspiration, wie beispielsweise einem interessanten Gesicht, einer ästhetischen Farbkombination oder einem Objekt, das mir gefällt. Der viel zitierte ‚Musenkuss‘ oder ‚der kreative Funke‘ ist dieser tief empfundene Drang, etwas malen zu müssen. Die Inspiration dazu umgibt einen tagtäglich, man muss nur seine Sinne so geschärft haben, dass man offen und zugänglich für die Impulse ist. Ich denke, ich produziere gute Arbeit, wenn ich mich in einem Zustand des viel zitierten ‚flows‘ befinde, wenn ich mich in den Pinselstrichen und Farben verliere und nicht hinterfrage, wieso ich was male. Denn zu viel Nachdenken ruiniert meist das Bild.“

Die wunderbaren Arbeiten von Johanna Bath werden an Sammler im In- und Ausland verkauft.


www.johannabath.de

www.saatchiart.com/Johanna_Bath


der funke der inspiration