LOST PARADISE

… steht auf der rätselhaften orangefarbenen Glaswand geschrieben. Das Büro FSWLA Landschaftsarchitektur bildet damit das zentrale Element eines Hausgartens im Bergischen Land und schaffte den perfekten Blickfang aus dem Inneren heraus.

Sicherlich war die Planung des Grundstücks „Am Heidetor“ nicht nur eine große Herausforderung für den Architekten Bernd Zimmermann, sondern auch für die Landschaftsarchitekten von FSWLA aus Düsseldorf: eine ungewöhnlich kleine Gartenfläche hinter dem Haus im Gegensatz zu einer enormen Großzügigkeit des Vorgartens. Doch genau an solch schwierigen örtlichen Gegebenheiten erkennt man sowohl die Meister selbst als auch deren perfektes Zusammenspiel. Und der Besucher des Gartens wird sich umschauen, ob er das verlorene Paradies hier finden wird.

Außerhalb des Grundstückes ist jedenfalls noch nichts zu sehen vom Garten Eden: Hier schützt eine flächige Schlehenpflanzung vor ungewünschten Einblicken. Entlang des Gehweges wird der Sichtschutz zum Garten durch eine Wand aus Lochblech ergänzt. Eine Bambushecke bildet den räumlichen Abschluss zwischen Terrasse und Garten – und davor steht sie dann, die leuchtende Glaswand. Aus dem Inneren des puristisch geplanten Hauses bildet die orangefarbene Schöne den Mittelpunkt der verglasten Nord-West-Fassade – das Bild im Bild. Und FSWLA führt nahtlos und perfekt den reduzierten Purismus von innen nach außen fort.

Als horizontaler Gegenpol ist ein Sitzblock aus Beton vorgelagert, aus dem ein Blumenhartriegel erwächst. Hier lässt sich entspannt die Ästhetik des Ganzen genießen. Doch wie entwickelt man Orte zum Wohlfühlen? Landschaftsarchitektur, die Geist und Gefühl anspricht, die den Wert steigert – zählbar und emotional? FSWLA sagt: durch Freude. „Alles, was wir tun und wie wir es tun, folgt diesem Prinzip: Wir haben Freude an guter Arbeit.“ Und ihre wegweisende Landschaftsarchitektur entsteht seit 1971, damals unter dem Namen Bödeker, Boyer, Wagenfeld und Partner. FSWLA ist eines der ganz großen Büros für Landschaftsarchitektur in Deutschland. Nach Entwürfen, die auch langfristig höchste Ansprüche erfüllen, den Wert des Hauses, aber vor allem die Lebensqualität steigern.

Bei dem Architektenhaus im Bergisch Gladbacher Ortsteil Hebborn gelangt man über Trittplatten um das Wohnhaus in Bergisch Gladbach herum. Der überdimensionale Vorgarten besteht aus einer Schotterfläche, in der sich Pflanzinseln aus Gräsern und Weiden erstrecken. Ein Rot-Ahorn dient als Hausbaum. Er befindet sich in einem Beet an der Straße, das in Richtung Hauseingang mit Stauden und Buchskugeln fortgeführt wird. Wenn nachts Hausbaum und Glaswand indirekt beleuchtet werden, scheint das verlorene Paradies wiedergefunden zu sein. Und es entsteht: pure Freude.

MINIMALISMUS
IN BESTFORM